Wohnen in Ayopaya

Die Landgemeinden sind keine “echten” Dörfer, sondern weit verstreut liegende Gehöfte.

An der Kirche bläst ein Mann in ein Horn. Weit schallt der Ton. In der Ferne sieht man Menschen, die sich den Berg hoch bewegen. In einer Stunde beginnt die Dorfversammlung in Sivingani.
Wohnen in einer “comunidad” (Landgemeinde), bedeutet nicht nur, dass der Weg nach Independencia meist sehr weit ist, sondern auch, dass der nächste Nachbar möglicherweise erst nach einer viertel Stunde Fußweg zu erreichen ist.

Das Errichten der Adobe-Häuser erfordert gemeinschaftliche Arbeit, denn die Adobesteine müssen zuerst selbst hergestellt werden, dann werden die schweren Blöcke mit Lehmmörtel aufeinandergesetzt. Sind die Dächer mit Stroh gedeckt, bedeutet das, dass es in der Regenzeit im Inneren feucht werden kann. Außerdem bieten die Halme Ungeziefer Schutz, das allerdings durch den Rauch der Kochfeuer in Schach gehalten wird. Darum baut inzwischen, wer es sich leisten kann, sein Dach aus Wellblech. Das Leben spielt sich in der Regel in einem Raum ab, der Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche zugleich ist.

Traditionelles Baumaterial in den Anden ist Adobe -  luftgetrocknete Strohlehm-Ziegeln

Gekocht wird auf einem Herd aus Lehm, der mit Brennholz befeuert wird. In Independencia ist er jedoch häufig durch einen Gaskocher ersetzt.

In Independencia gibt es auch Häuser aus Steinen, die z.T. sogar mit Ziegeln gedeckt sind. Allerdings sind das meist öffentliche Gebäude, wie z.B. die Stadtverwaltung oder die Wohnhäuser von besonders wohlhabenden Menschen.
Auch die Versorgung ist hier besser. Independencia ist seit kurzem ans nationale Stromnetz angeschlossen, so dass die meisten Häuser einen elektrischen Anschluß besitzen, ebenso eine Trinkwasserleitung. 
Doch auch hier bestehen noch Mängel in der Ver-, vor allem aber in der Entsorgung, die von den Menschen der Gemeinde gelöst werden müssen.

Zurück <=